Montag, 10. Juli 2017

Badeotitis: Wenn der Badespaß krank macht

Immer wieder im Sommer füllt sich die HNO-Praxis mit Patienten, die über eine schmerzhafte Hörminderung klagen. Bei der Untersuchung zeigt dann häufig ein geröteter und geschwollener Gehörgang mit oder ohne eitriges Sekret und die Diagnose lautet: Badeotitis!

Was aber steckt hinter dieser Diagnose und warum kommt es gerade im Sommer gehäuft dazu?



Am Anfang steht in der Regel eine trockene, schuppige Haut im Gehörgang, die schnell rissig wird und dadurch durchlässig für Keime aller Art. Diese sind auf einer intakten Haut harmlos, können aber unter der Haut zu hartnäckigen Infekten führen. Durch das vermehrte Schwitzen im Sommer oder eben den Wasserkontakt beim Baden weicht die Haut dann so auf, dass die Keime sie passieren können. Aber auch der Gebrauch von Wattestäbchen begünstigt die Badeotitis durch die oberflächliche Verletzung der empfindlichen Gehörgangshaut.

Bei der Badeotitis handelt es sich also um einen in der Regel bakteriellen Infekt der Haut im Gehörgang. Die Behandlung besteht daher in der Gabe von Antibiotikatropfen oder -salben nach einer sorgfältigen Gehörgangsreinigung beim HNO-Facharzt. Eher selten ist die zusätzliche Gabe von Antibiotikatabletten notwendig, wenn nämlich der Infekt sich schon so tief unter die Haut ausgebreitet hat, dass Tropfen und Salbe die Keime nicht mehr erreichen oder es zu Komplikationen wie Abszessbildungen gekommen ist. Dann ist sogar manchmal die chirurgische Eröffnung angezeigt.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Hören lernen mit einem Hörtraining

Genauso wie man als Kind erst durch akustische Reize hören lernt, verlernt man es auch wieder mit zunehmender Schwerhörigkeit im Alter durch fehlende akustische Reize. 
Werden in dieser Situation Hörgeräte angepasst, ist die Hörverarbeitung daher zunächst überfordert und der erste Höreindruck wird oft als sehr unangenehm empfunden. Das führt nicht selten zum Abbruch der Anpassung oder zu den schon sprichwörtlichen Hörgeräten in der Schublade. 

Das muss allerdings nicht sein, denn Hören lässt sich lernen. Mit einem gezielten Hörtraining, das in einem Aufbauprogramm die Störgeräuschunterdrückung und die Spracherkennung übt, wird der Anpassprozess von Hörgeräten deutlich erleichert und der Hörgewinn gesteigert. 
Mit dem neuen modularen Programm Audiemus von mynoise steht ab sofort ein solches Hörtrainig zur Verfügung und wird von den im IAS (Individual Akustiker Service GmbH) zusammengeschlossenen Akustikern angeboten. Dabei wird durchgängig mit innovativem 3D-Sound gearbeitet, der ein realistisches akustisches Umfeld vermittelt und mit dem sich reale Hörsituationen im Sinne einer Virtual Reality simulieren lassen. 
Das Programm Audiemus besteht aus acht aufeinander aufbauenden Modulen und wird als DVD mit Begleitheft ausgeliefert.

Akustiker des IAS in Ihrer Nähe finden Sie unter: https://www.ias-news.de/mitglieder/

Dienstag, 16. Mai 2017

Alles über Allergien

Als Allergien bezeichnet man eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe. In den letzten Jahrzehnten hat die Häufigkeit von Allergien in den Industriestaaten enorm zugenommen und entsprechend hoch ist der Therapiebedarf. Gerade bei chronischen Erkrankungen ist der erste Schritt zur richtigen Behandlung die seriöse Information.

Und genau hier setzt das renommerte Helmholtz Zentrum München mit seiner neuen Webseite www.allergieinformationsdienst.de an: Betroffene erhalten eine ausführliche, patientengerechte Aufklärung über ihre Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten. So bietet die Seite neben klassischen Info-Texten auch Pollenflugkalender, Erklärfilme und Checklisten für den Arztbesuch.

Also einfach mal reinklicken und lernen: www.allergieinformationsdienst.de

Übrigens: Allergietestungen und -Therapien gibt es auch in unserer Praxis: www.hno-praxis-duisburg.de


Pricktest

Mittwoch, 26. April 2017

Geräuschempfindlichkeit macht Stress



Geräusche empfindet jeder anders. Den Straßenverkehr wird ein Stadtmensch als weit weniger störend erbeben, als jemand, der in einer ruhigen Seitenstraße auf dem Dorf lebt. Grundsätzlich gestaltet sich die Empfindlichkeit bei jedem Menschen anders. Mit steigendem Alter wächst allerdings die Gefahr, dass das Ohr bereits geschädigt und damit verwundbarer für Erkrankungen durch Lärm ist. Auch wer gestresst ist, ist empfindlich für Geräusche. Das kann bis hin zu Geräuschüberempfindlichkeit führen. 


Dr.Uso Walter - HNO-Arzt

Bei der sogenannten Hyperakusis, also der Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, werden selbst alltägliche Geräusche als unangenehm empfunden. „Bei audiometrischen Untersuchungen durch den HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker stellt sich eine Hyperakusis durch eine deutlich erniedrigte Unbehaglichkeitsschwelle (UBS) dar“, erklärt HNO-Arzt Dr. Uso Walter vom HNOnet NRW, einem Zusammenschluss niedergelassener HNO-Ärzte. „So werden die Testtöne bereits mit 50 oder 60 dB – dies entspricht normaler Gesprächslautstärke oder einem leisen Radio – als unangenehm erlebt.“ Das Gehör selbst weist bei den meisten Patienten mit Hyperakusis jedoch keine Schäden auf. Der Fehler liegt vielmehr bei der neurologischen Verarbeitung der Geräusche im Gehirn. Wie bei einem Verstärker, der falsch eingestellt ist, werden bei der zentralen akustischen Verarbeitung unwichtige Störgeräusche nicht mehr unterdrückt, sondern ungefiltert weitergeleitet oder sogar verstärkt. Zwar sind Ursachen noch nicht vollständig geklärt, das Phänomen tritt jedoch häufig bei einer akustischen Überlastung oder bei Stress auf. Betroffene geraten schnell in eine negative Spirale: Lärm macht Betroffenen Stress, Stress verstärkt die Lärmempfindlichkeit und das löst noch mehr Stressreaktionen aus.
Um dem Teufelskreis aus Stress und Lärm zu entkommen, ist der Gang zum HNO-Arzt unausweichlich. Die Therapie der Geräuschüberempfindlichkeit besteht aus einem Hörtraining, bei dem der Betroffene mit angenehmen Geräuschen zunehmender Lautstärke konfrontiert wird. Hierdurch werden die Unterdrückungsmechanismen im Bereich der zentralen Hörverarbeitung aktiviert und im Laufe der Zeit werden auch unangenehme Geräusche erträglich. Umgekehrt verstärkt eine bewusste Abschottung von akustischen Reizen die Geräuschüberempfindlichkeit immer mehr. Jegliche Stille gilt es daher zu vermeiden. „Ein Hörtraining führt praktisch immer zu einer schnellen Besserung der Symptomatik“, unterstreicht Dr. Walter. „Nach zwei Monaten sind 90 Prozent der Betroffenen wieder beschwerdefrei.“

Weitere Infos auch unter www.hno-praxis-duisburg.de

Donnerstag, 9. März 2017

Welttag des Hörens: So verbessern Sie Ihr Gehör

Vor einigen Jahren schon hat die WHO den Welttag des Hörens eingeführt, um auf die Wichtigkeit des Gehörs und die Möglichkeiten es zu schützen und zu verbessern aufmerksam zu machen. Denn nicht nur die immer älter werdende Bevölkerung hat mit Hörproblemen zu kämpfen, sondern auch zunehmend junge Menschen, vor allem im städtischen Bereich. Dass es dann nicht immer gleich ein Hörgerät sein muss, um wieder besser zu hören, erläurtert Dr.Uso Walter im Interview mit Studio47:


Montag, 6. Februar 2017

Wenn der Karneval krank macht

Die fünfte Jahreszeit ist für viele der Höhepunkt des Jahres. Doch pünktlich nach den Rosenmontagsumzögen quellen die Arztpraxen über, denn gerade Karneval ist das Risiko krank zu werden deutlich erhöht. 


Das hat mehrere Gründe:

  • Viele Kostüme sind nicht unbedingt wettergerecht bei oft noch winterlichen Temperaturen, so dass schnell Verkühlungen auftreten, die das Risiko für Infekte vergrößern.
  • Mit gernügend Alkohol im Blut spürt man die Auskählung nicht und wiegt sich in trügerischer Sicherheit.
  •  In großen Menschenmengen und bei engem Kontakt haben es Viren leicht, sich schnell zu verbreiten. Ein paar Tage nach dem Feiern kommt dann die böse Überraschung.
  • Das Immunsystem ist durch den zurückliegenden Winter oft geschwächt und besonders anfällig.
  • Die Grippewelle erreicht im Februar ihr Jahreshoch und die besonders gefährlichen Grippeviren scheinen  auf den Karneval nur zu warten scheinen, um sich auf mögichst viele wehrlose Opfer stürzen zu können.

Trotzdem sollte man sich natürlich den Spaß nicht verderben lassen und dabei einfach ein paar einfache Regeln beachten:

  1. Wettergerechte Kleidung 
  2. Mäßigen Alkoholkonsum
  3. Vorsicht mit allzu engen Kontakten  


In diesem Sinne Alaaf und Helau!



Mittwoch, 7. Dezember 2016

Heiserkeit - wenn die Stimme nicht mehr will

Stimmstörungen sind sehr häufig und können die unterschiedlichsten Ursachen haben. die beiden wichtigsten sind organische Veränderungen und Funktionsstörungen. Da man selber kaum unterscheiden kann, welche der Ursachen für die Heiserkeit oder Stimmlosigkeit verantwortlich ist, ist bei einer Heiserkeit, die länger als ein paar Tage dauert, eine Kehlkopfuntersuchung beim HNO-Arzt ratsam.

Die wichtigsten Ursachen für organische Stimmstörungen sind Veränderungen der Stimmbänder in Form von Polypen, Ödemen und Tumoren. Hier bringt in vielen Fällen nur eine Abtragung der Veränderung eine nachhaltige Besserung. Diese ist auch dann wichtig, wenn nicht genau klar ist, ob die Veränderung gutartig ist oder nicht.


Harmloses Ödem des linken Stimmbandes bei einem Raucher

Aber auch Lähmungen des Stimmbandnerven, z.B. nach Schilddrüsen-Operationen, führen zu einer Heiserkeit, seltener zu einem Stimmverlust. 

Die wichtigste Funktionsstörung der Stimmbänder ist die Schonhaltung. Beim Sprechen berühren sich die Stimmbänder nämlich, was bei Entzündungen zu einer Verschlechterung führen würde. Um dies zu verhindern brermsen die Stimmbänder vor der Berührung ab und verweigern ihren Dienst, was sich als Heiserkeit bemerkbar macht. Aber auch Stimmüberlastungen durch zu langes oder lautes Sprechen führt zu einer funktionell bedingten Heiserkeit.

Gewichtsverluste, Depressionen oder eine allgemeine Muskelschwäche z.B. im Alter lassen die Stimme ebenfalls schwächeln. Eine eher seltene Ursache für Stimmstörungen sind cortisonhaltige Asthmasprays, da sich das Cortison teilweise auch im Kehlkopf ablagert und dort zu lokalen Schwellungen führen kann und Entzündungen begünstigt.

Genauso unterschiedlich wie die Ursache ist auch die Behandlung. Eine Grundregel gilt aber immer: Wenn die Stimme versagt, sollte man sie nicht mit Gewalt erzwingen, denn dadurch gewöhnt man sich eine falsche Sprechweise mit zu viel Kraftaufwand an und die Heiserkeit kann chronisch werden. In diesen Fällen ist eine Stimmübungsbehandlung beim Logopäden sinnvoll.

Bei organischen Veränderungen kann darüber hinaus häufig eine Operation notwendig sein. Stimmstörungen im Rahmen von Infekten lassen sich mit speziellen Lutschpastillen, antientzündlichen Sprays und Inhalationen behandeln und bei einer überlasteten Stimme helfen Summen und warme Wickel bei der Lockerung der äußeren Kehlkopfmuskulatur.