Mittwoch, 26. April 2017

Geräuschempfindlichkeit macht Stress



Geräusche empfindet jeder anders. Den Straßenverkehr wird ein Stadtmensch als weit weniger störend erbeben, als jemand, der in einer ruhigen Seitenstraße auf dem Dorf lebt. Grundsätzlich gestaltet sich die Empfindlichkeit bei jedem Menschen anders. Mit steigendem Alter wächst allerdings die Gefahr, dass das Ohr bereits geschädigt und damit verwundbarer für Erkrankungen durch Lärm ist. Auch wer gestresst ist, ist empfindlich für Geräusche. Das kann bis hin zu Geräuschüberempfindlichkeit führen. 


Dr.Uso Walter - HNO-Arzt

Bei der sogenannten Hyperakusis, also der Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, werden selbst alltägliche Geräusche als unangenehm empfunden. „Bei audiometrischen Untersuchungen durch den HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker stellt sich eine Hyperakusis durch eine deutlich erniedrigte Unbehaglichkeitsschwelle (UBS) dar“, erklärt HNO-Arzt Dr. Uso Walter vom HNOnet NRW, einem Zusammenschluss niedergelassener HNO-Ärzte. „So werden die Testtöne bereits mit 50 oder 60 dB – dies entspricht normaler Gesprächslautstärke oder einem leisen Radio – als unangenehm erlebt.“ Das Gehör selbst weist bei den meisten Patienten mit Hyperakusis jedoch keine Schäden auf. Der Fehler liegt vielmehr bei der neurologischen Verarbeitung der Geräusche im Gehirn. Wie bei einem Verstärker, der falsch eingestellt ist, werden bei der zentralen akustischen Verarbeitung unwichtige Störgeräusche nicht mehr unterdrückt, sondern ungefiltert weitergeleitet oder sogar verstärkt. Zwar sind Ursachen noch nicht vollständig geklärt, das Phänomen tritt jedoch häufig bei einer akustischen Überlastung oder bei Stress auf. Betroffene geraten schnell in eine negative Spirale: Lärm macht Betroffenen Stress, Stress verstärkt die Lärmempfindlichkeit und das löst noch mehr Stressreaktionen aus.
Um dem Teufelskreis aus Stress und Lärm zu entkommen, ist der Gang zum HNO-Arzt unausweichlich. Die Therapie der Geräuschüberempfindlichkeit besteht aus einem Hörtraining, bei dem der Betroffene mit angenehmen Geräuschen zunehmender Lautstärke konfrontiert wird. Hierdurch werden die Unterdrückungsmechanismen im Bereich der zentralen Hörverarbeitung aktiviert und im Laufe der Zeit werden auch unangenehme Geräusche erträglich. Umgekehrt verstärkt eine bewusste Abschottung von akustischen Reizen die Geräuschüberempfindlichkeit immer mehr. Jegliche Stille gilt es daher zu vermeiden. „Ein Hörtraining führt praktisch immer zu einer schnellen Besserung der Symptomatik“, unterstreicht Dr. Walter. „Nach zwei Monaten sind 90 Prozent der Betroffenen wieder beschwerdefrei.“

Weitere Infos auch unter www.hno-praxis-duisburg.de

Donnerstag, 9. März 2017

Welttag des Hörens: So verbessern Sie Ihr Gehör

Vor einigen Jahren schon hat die WHO den Welttag des Hörens eingeführt, um auf die Wichtigkeit des Gehörs und die Möglichkeiten es zu schützen und zu verbessern aufmerksam zu machen. Denn nicht nur die immer älter werdende Bevölkerung hat mit Hörproblemen zu kämpfen, sondern auch zunehmend junge Menschen, vor allem im städtischen Bereich. Dass es dann nicht immer gleich ein Hörgerät sein muss, um wieder besser zu hören, erläurtert Dr.Uso Walter im Interview mit Studio47:


Montag, 6. Februar 2017

Wenn der Karneval krank macht

Die fünfte Jahreszeit ist für viele der Höhepunkt des Jahres. Doch pünktlich nach den Rosenmontagsumzögen quellen die Arztpraxen über, denn gerade Karneval ist das Risiko krank zu werden deutlich erhöht. 


Das hat mehrere Gründe:

  • Viele Kostüme sind nicht unbedingt wettergerecht bei oft noch winterlichen Temperaturen, so dass schnell Verkühlungen auftreten, die das Risiko für Infekte vergrößern.
  • Mit gernügend Alkohol im Blut spürt man die Auskählung nicht und wiegt sich in trügerischer Sicherheit.
  •  In großen Menschenmengen und bei engem Kontakt haben es Viren leicht, sich schnell zu verbreiten. Ein paar Tage nach dem Feiern kommt dann die böse Überraschung.
  • Das Immunsystem ist durch den zurückliegenden Winter oft geschwächt und besonders anfällig.
  • Die Grippewelle erreicht im Februar ihr Jahreshoch und die besonders gefährlichen Grippeviren scheinen  auf den Karneval nur zu warten scheinen, um sich auf mögichst viele wehrlose Opfer stürzen zu können.

Trotzdem sollte man sich natürlich den Spaß nicht verderben lassen und dabei einfach ein paar einfache Regeln beachten:

  1. Wettergerechte Kleidung 
  2. Mäßigen Alkoholkonsum
  3. Vorsicht mit allzu engen Kontakten  


In diesem Sinne Alaaf und Helau!



Mittwoch, 7. Dezember 2016

Heiserkeit - wenn die Stimme nicht mehr will

Stimmstörungen sind sehr häufig und können die unterschiedlichsten Ursachen haben. die beiden wichtigsten sind organische Veränderungen und Funktionsstörungen. Da man selber kaum unterscheiden kann, welche der Ursachen für die Heiserkeit oder Stimmlosigkeit verantwortlich ist, ist bei einer Heiserkeit, die länger als ein paar Tage dauert, eine Kehlkopfuntersuchung beim HNO-Arzt ratsam.

Die wichtigsten Ursachen für organische Stimmstörungen sind Veränderungen der Stimmbänder in Form von Polypen, Ödemen und Tumoren. Hier bringt in vielen Fällen nur eine Abtragung der Veränderung eine nachhaltige Besserung. Diese ist auch dann wichtig, wenn nicht genau klar ist, ob die Veränderung gutartig ist oder nicht.


Harmloses Ödem des linken Stimmbandes bei einem Raucher

Aber auch Lähmungen des Stimmbandnerven, z.B. nach Schilddrüsen-Operationen, führen zu einer Heiserkeit, seltener zu einem Stimmverlust. 

Die wichtigste Funktionsstörung der Stimmbänder ist die Schonhaltung. Beim Sprechen berühren sich die Stimmbänder nämlich, was bei Entzündungen zu einer Verschlechterung führen würde. Um dies zu verhindern brermsen die Stimmbänder vor der Berührung ab und verweigern ihren Dienst, was sich als Heiserkeit bemerkbar macht. Aber auch Stimmüberlastungen durch zu langes oder lautes Sprechen führt zu einer funktionell bedingten Heiserkeit.

Gewichtsverluste, Depressionen oder eine allgemeine Muskelschwäche z.B. im Alter lassen die Stimme ebenfalls schwächeln. Eine eher seltene Ursache für Stimmstörungen sind cortisonhaltige Asthmasprays, da sich das Cortison teilweise auch im Kehlkopf ablagert und dort zu lokalen Schwellungen führen kann und Entzündungen begünstigt.

Genauso unterschiedlich wie die Ursache ist auch die Behandlung. Eine Grundregel gilt aber immer: Wenn die Stimme versagt, sollte man sie nicht mit Gewalt erzwingen, denn dadurch gewöhnt man sich eine falsche Sprechweise mit zu viel Kraftaufwand an und die Heiserkeit kann chronisch werden. In diesen Fällen ist eine Stimmübungsbehandlung beim Logopäden sinnvoll.

Bei organischen Veränderungen kann darüber hinaus häufig eine Operation notwendig sein. Stimmstörungen im Rahmen von Infekten lassen sich mit speziellen Lutschpastillen, antientzündlichen Sprays und Inhalationen behandeln und bei einer überlasteten Stimme helfen Summen und warme Wickel bei der Lockerung der äußeren Kehlkopfmuskulatur.


Sonntag, 18. September 2016

TK erstattet Beratung über Online-Videosprechstunde bei HNO-Ärzten

Warten ist nicht schön und überfüllte Wartezimmer erst recht nicht. Dank datensicherer Verbindungen und moderner Technik muss das nicht sein: Online-Videosprechstunden ermöglichen das Gespräch mit dem Arzt vom Wohnzimmer aus. Das spart Zeit und Nerven und im Zweifelsfall sogar Geld. Denn mittlerweile interessieren sich auch die Krankenkassen für die neuen Behandlungsmöglichkeiten. So startet die Techniker Krankenkasse (TK) am 01.Oktober 2016 ein Pilotprojekt mit den HNO-Ärzten in NRW. Die Vereinbarung sieht vor, dass Patienten mit chronischen Beschwerden wie Allergien, Schnarchen oder Tinnitus einen Termin in der Online-Videosprechstunde machen und sich dort beraten lassen können. Auch Befundbesprechungen sind möglich. Die Kosten für die Online-Videosprechstunde werden komplett von der TK getragen.
 
Aber auch nicht bei der TK Versicherte können den Service nutzen und sich einen Termin für Beratungen und Befundbesprechungen geben lassen. Die Kosten hierfür betragen 25,- Euro.

Für die gute Verbindung und vor allem den sicheren Datenaustausch sorgt die deutsche Plattform Patientus (www.patientus.de)  Voraussetzung für die Teilnahme ist lediglich eine Webcam und ein Mikrofon am Laptop oder PC.

Weitere Informationen zur
Online-Videosprechstunde finden Sie auch auf unser Webseite: http://www.hno-praxis-duisburg.de/online-videosprechstunde.html

Donnerstag, 21. Juli 2016

Wie klingt eigentlich eine akustische Tinnitustherapie?

Unter den Begriff akustische Tinnitustherapie fallen im weiteren Sinne auch ein Hörtraining bei Geräuschüberempfindlichkeit, eine Hörverbesserung bei Schwerhörigkeit und der klassische Noiser, also ein Rauschgenerator in Form eines Hörgerätes. Im engeren Sinne versteht man heute aber eine frequenzspezifische Behandlung, bei der die Tinnitusfrequenz aus einem breitfrequenten Geräusch herausgeschnitten und die Nachbarfrequenzen verstärkt werden. Das funktioniert natürlich nur bei einem tonalen Tinnitus, der seine Frequenz nicht oder nur geringfügig ändert. Bei regelmäßigem Hören wird so ein Tinnitus dann auf neurologischer Ebene - also im Kopf - unterdrückt und im Laufe der Zeit weniger belastend und leiser.

Gleichmäßige, ruhige Geräusche sind dabei besser als Grundgeräusch geeignet als Musik, da sie die entscheidenden Frequenzen zur Hemmung des Tinnitus immer gleichmäßig enthalten und auch hohe Frequenzen oberhalb von 8 kHz behandelt werden können, was bei Musik nicht möglich ist.

Frequenzspektrum einer frequenzspezifischen, akustischen
Tinnitustherapie am Beispiel eines Tinnitus mit 4 kHz




Außerdem werden gleichmäßige Geräusche wie Wasserplätschern oder Rauschen von der Hörverarbeitung viel schneller unterdrückt wenn man sie etwa auf die Lautstärke des Tinnitus einstellt. Man muss also bei der akustischen Tinnitustherapie nicht zuhören, sondern sollte sich im Gegenteil möglichst mit etwas anderem beschäftigen. Und so klingt die akustische Tinnitustherapie dann:




Die eigene Tinnitusfrequenz kann hier bestimmt werden: http://www.mynoise.de/de/tinnitus-analyse.html

Viel Erfolg und gute Besserung!

Montag, 11. Juli 2016

Nasenatmungsprobleme

Die Nase ist der Eingang der Atemwege und reinigt, wärmt und befeuchtet die Atemluft. Sie ist sozusagen die Klimaanlage für die unteren Atemwege. Außerdem spielt sie eine wichtige Rolle bei der Infektabwehr und beherbergt den Geruchssinn. Chronische Nasenatmungsprobleme können daher nicht nur sehr lästig, sondern auch gesundheitsschädigend sein.

Um eine behinderte Nasenatmung erfolgreich behandeln zu können, ist es hilfreich, "Hardware"- von "Software"-Problemen zu unterscheiden.

Hardware:


Die "Hardware" der Nase, also ihr anatomischer Aufbau, besteht aus aus der knöchern-knorpeligen Nasenscheidewand (Septum), die die beide Nasenhaupthöhlen, trennt, den Nasenmuscheln, deren Schwellkörper den Luftstrom durch An- oder Abschwellen regulieren, sowie den Nasennebenhöhlen.


Veränderungen der "Hardware", z.B. eine verkrümmte Nasenscheidewand, dauerhaft vergrößerte Nasenmuscheln oder chronische Schleimhautschwellungen der Nasennebenhöhlen in Form von Polypen können zu einer dauerhaften Nasenatmungsbehinderung aufgrund einer Einengung der Atemwege führen. In diesen Fällen kann eine Nasenoperation sinnvoll sein, die die Atemwege wieder frei macht.

 Die Operationen können teilweise ambulant oder in lokaler Betäubung vorgenommen werden.
  

Software:

Die "Software" der Nase entspricht der Funktion ihrer Schleimhaut, die dafür sorgt, dass die Atemluft  ausreichend befeuchtet und erwärmt wird, dass Staub und Fremdkörper gefiltert und abtransportiert und Viren und Bakterien eliminiert werden. Sie produziert Schleim und kann je nach Erfordernissen an- oder abschwellen und mehr oder weniger gut durchblutet sein.

Störungen der "Sortware" führen zu einer zeitweisen oder dauerhaften Schwellung der Nasenschleimhaut, einer vermehrten Sekretion, Juckreiz oder einer Austrocknung aufgrund fehlerhafter oder verstärkter Reaktionen der Schleimhaut. Ursachen können klimatische Faktoren (Klimaanlagen, Heizungsluft), Medikamente (Blutdruckmittel, Entwässerungsmittel, Antidepressiva, Nasentropfen), Infekte oder Allergien sein. Aber auch hormonelle Einflüsse (Schwangerschaft) und Stressfaktoren („Ich habe die Nase voll“) spielen eine Rolle.

Zur Behebung von Softwareproblemen ist die Wiederherstellung einer regulären Funktion erforderlich. Dies kann z.B. durch eine antiallegische Therapie, das Umstellen von Medikamenten oder eine intensive Nasenpflege geschehen. Auch regulative Therapienverfahren wie die Akupunktur können hier sehr gut helfen. Eine Operation ist dagegen nicht sinnvoll, sondern verschelchtert häufig sogar noch die Beschwerden!!

Vorsicht vor abschwellenden Nasensprays: Sie wirken durch eine Gefäßverengung im Bereich der Nasenmuscheln. Da die Gefäße sich aber anschließend wieder erweitern und die Muscheln um so stärker anschwellen, besteht hier ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Abschwellende Nasensprays haben daher bei der Behandlung chronischer Nasenatmungsprobleme nicht zu suchen!