Donnerstag, 23. Januar 2014

Neue akustische Tinnitus-Therapie


Chronischer Tinnitus ist eines der häufigsten Symptome überhaupt und kann unbehandelt zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen. Auf Dauer kommt es dabei im Rahmen der zentralen Hörverarbeitung zu einer Verstärkung und Fixierung des Tinnitus auf neuronaler Ebene.


Genau hier setzen moderne akustische Therapieverfahren an. Mithilfe verschiedener Methoden kann der Tinnitus auf neuronaler Ebene unterdrückt werden (akustische Neuromodulation). Dies gelingt umso besser, je konstanter die Tinnitus-Frequenz ist.


Die neue  akustische Tinnitus-Therapie von mynoise® (www.mynoise.de)  kombiniert die Vorteile von vier verschiedenen, wissenschaftlich dokumentierten Verfahren auf einer CD mit einer MP3-Datei, die auf alle mobilen Endgeräte kopiert werden kann. Die Effekte im einzelnen:

  1. Noiser-Effekt (modifiziertes braunes Rauschen)
  2. Notched-Noise-Therapie (Ausschneiden der Tinnitusfrequenz)
  3. Coordinates reset stimulation (Anheben benachbarter Frequenzen)
  4. Binaural beats (Entspannender Effekt)
Durch das regelmäßige Hören der Datei wird der Tinnitus auf neuronaler Ebene zunehmend unterdrückt und im Laufe der Zeit immer leiser. Studien, die dies belegen sind unter anderem von Lugli veröffentlicht worden (Lugli M, Romani R, Ponzi S, Bacciu S, Parmigiane S: The window sound therapy: a new empirical approach for an effective personalized treatment of tinnitus. Int Tinnitus J 2009;15 (1): 51-61).

An einer Frequenzanalyse lässt sich das Prinzip besonders gut veranschaulichen:

Hier sieht man das Rauschen, die ausgeschnittene Tinnitusfrequenz (hier am Beispiel von 4 kHz), die seitliche Verstärkung der Nachbarfrequenzen und die binaural beats im tiefen Frequenzbereich.

Weitere Infos unter: www.mynoise.de



Autor: Dr.Uso Walter



Mittwoch, 18. Dezember 2013

Patientenmerkblatt Mundhöhlenkrebs


Das ärztliche Institut für Qualität in der Medizin hat ein neues Patienteninformationsblatt zum Thema Krebs in der Mundhöhle herausgegeben, das ausführlich und verständlich über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der garnicht so selten vorkommenden Tumorerkrankung berichtet:
http://www.patienten-information.de/mdb/downloads/kip/aezq-version-kip-mundhoehlenkrebs.pdf

Die Essenz: bei Veränderungen der Mundhöhle, wiederholten Blutungen oder chronischen Schmerzen in jedem Fall zum HNO-Facharzt, bei Risikofaktoren auch zur Tumor-Vorsorge gehen!



Freitag, 6. Dezember 2013

Natürlich gesund - naturheilkundliche Erkältungsmittel

Schnupfen, Husten, Heiserkeit haben jetzt wieder Hochsaison. Umso wichtiger ist es rechtzeitig vorzubeugen und nicht zu warten, bis es zu spät ist. Gerade pflanzliche Mittel aus der Naturheilkunde können bei beginnenden Erkältungskrankheiten hervorragend helfen.

Das haben nun auch die HNO-Ärzte in NRW erkannt: Bei ihrem Projekt "Natürlich gesund" wird die Naturheilkunde groß geschrieben und nicht sofort zum Antibiotikum gegriffen. In Broschüren und Fortbildungen informieren sich die Ärzte des HNOnet NRW (www.hnonet-nrw.de) über pflanzliche und homöopathische Arzneimittel sowie Vitaminpräparate und integrieren diese in ihre Behandlungen.

Die wichtigsten naturheilkundlichen Mittel und ihre Indikationen auf einen Blick:


Präparate aus Efeublättern wirken vor allem schleimlösend. Sie sind unter anderem in Prospan® und Bronchipret® Tropfen und Saft enthalten.
Thymian
wirkt desinfizierend, schmerzstillend und schleimlösend und ist daher eine der wichtigsten Heilpflanzen bei Infekten der oberen Atemwege und in entsprechend vielen Präparaten enthalten, z.B. Aspecton®, Bronchipret®, Bronchicum® und Soledum®. Auch als Lutschtablette ist Thymian in Bronchipret®Thymian Pastillen erhältlich.
Die initiale Gabe von Echinacea kann das Immunsystem bei der Infektabwehr unterstützen  und dadurch den Heilprozess beschleunigen.
Sinupret® ist ein Komplexpräparat aus fünf Heilpflanzen (Enzianwurzel, Eisenkraut, Holunderblüten, Ampferkraut und Schlüsselblüten). Das Präparat ist auch wissenschaftlich gut dokumentiert. So steigert es unter anderem die mukoziliäre Clearance, verflüssigt Sekret und wirkt antientzündlich. Es ist als Tabletten, Tropfen, Saft und Liquitabs erhältlich.
Gelomyrtol
® ist enthält die Destillate verschiedener Öle (Eukalyptusöl, Süßorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl). Es wirkt schleimlösend und entzündungshemmend bei Sinusitis und Rhinitis. Auch hier ist die Wirkung wissenschaftlich gut dokumentiert.
Salbei
wirkt vor allem entzündungshemmend und desinfizierend, weswegen es vor allem lokal, z.B. als Tee zur Anwendung kommt. Als fertige Lösung ist es auch in dem Mischpräparat Salviathymol® erhältlich.
(Salbeitee sollte nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden.)
Kamille
wirkt ebenfalls entzündungshemmend und desinfizierend. Es ist unter anderem als Kamillosan® im Handel.
Bromelain
ist ein Enzym der Ananas und wirkt vor allem abschwellend in der Nase und den Nasennebenhöhlen, aber auch bei postoperativen oder verletzungsbedingten Schwellungen. Es ist z.B. als Bromelain-POS®, Traumanase® oder Hysan® erhältlich. 
Ätherische Öle
helfen, die Atemwege zu erweitern und werden häufig als angenehm empfunden. Menthol-Öl ist z.B. in GeloRevoice® Haltabletten enthalten.




Pulsatilla ist vor allem bei beginnenden Mittelohrentzündungen geeignet (z.B. als D4 3x5 Globuli)
Aconitum
ist bei plötzlich beginnenden Infekten indiziert (z.B. als D3 Globuli stündlich)
Belladonna
kann vor allem bei plötzlich einsetzenden Erkältungen mit starker Rötung von Haut und Schleimhaut sowie trockenem Reizhusten und Fieber eingesetzt werden (z.B. als D6 3x5 Globuli)
Camphora
ist vor allem bei beginnenden Erkältungen mit Frösteln und Blässe indiziert (z.B. als D6 3x5 Globuli)
Capsicum
kann bei starken, brennenden Halsschmerzen eingesetzt werden (z.B. D30, 2x2 Globuli für 5 Tage)
Als  Komplexpräparate sind auf dem Markt:

Meditonsin
® ist indiziert bei akuter Pharyngitis und Tonsillitis.
Tonsipret
®enthält Capsicum D3 (Wirkstoff der Arzneipaprika) und Guaiacum D3 und ist bei Pharyngitis und Tonsillitis wirksam.
Angin-Heel SD
® kann bei akuter Pharyngitis und Tonsillitis gegeben werden.
Gripp-Heel
® ist ebenfalls bei grippalen Infekten indiziert.
Sinusitis Hevert
® kann bei sinusitischen Beschwerden und chronischer Rhinitis gegeben werden.
Naso-Heel SNT
® ist bei Rhinitis und Sinusitis indiziert.
Lymphomyosot
® hat einen abschwellenden Effekt z.B. bei Lymphstau.
Euphorbium comp. SN
® wird bei Rhinitis und Sinusitis eingesetzt und kann auch in der Praxis als Injektion oder Infusion verabreicht werden (Wahllseitung).
Als homöopathisches Nasenspray ist Euphorbium
® erhältlich. 




Hochdosierte Vitamingaben (v.a.Vit C, z.B. auch als heiße Zitrone) unterstützen das Immunsystem bei akuten Infekten. Sie können auch als Infusion gegeben werden, die als Wahlleistung abrechenbar ist.
Die Akupunktur wirkt vor allem schmerzstillend und abschwellend Darüber hinaus unterstützt sie ebenfalls das Immunsystem.
Unterstützend wirksam sind darüber hinaus Inhalationen zur Befeuchtung der Atemwege und Schleimlösung,  Zwiebel- oder andere warme Wickel bei Lymphknotenschwellungen, Verschleimungen und Schmerzen sowie Rotlichtanwendungen bei Sinusitis und Rhinitis. Kalte Wadenwickel können bei Fieber eingesetzt werden.

Salzwasserlösungen und –nasensprays
unterstützen die Heilungsprozesse. Als Präparate sind diverse Nasensprays auf dem Markt, z.B. Hysan®Salinspray von Ursapharm. Auch die Spülung mit der Nasendusche und z.B. Emser®Salz kann bei chronischen Verläufen und trockener Schleimhaut indiziert sein.




Autor: Dr.Uso Walter

Sonntag, 1. Dezember 2013

Hyperbare Sauerstofftherapie bei Hörsturz?

Der IGeL-Monitor, eine Orientierungshilfe zu ausgewählten Wahlleistungen für Patienten, beurteilt die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) als tendenziell negativ: http://www.igel-monitor.de/IGeL_A_Z.php?action=abstract&id=70. Die Info-Seite der gesetzlichen Krankenkassen weist zu Recht darauf hin, dass ein Effekt bisher in keiner ernsthaften Studie nachgewiesen werden konnte und die Behandlung auch nicht ohne Nebenwirkungen ist.

In der aktuellen Leitlinie der AWMF wird die HBO ebenfalls nicht mehr erwähnt: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-010l_S1_Hoersturz.pdf

Quelle: Ärzteblatt.de
In vielen Zentren für hyperbare Sauerstofftherapien wird die Indikation Hörsturz dennoch weiter angegeben und auch bei Wikipedia findet sich der Hörsturz noch bei den Indikationen für die HBO: http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperbare_Oxygenierung.


Für Patienten ein Durcheinander wie es häufig entsteht, wenn sich selbst die Fachleute streiten, weil die Studienlage einerseits schlecht ist und sich andererseits damit Geld verdient lässt. Nur eines steht fest: Die Behandlung ist teuer und die Kosten werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/808833/kassen-muessen-kosten-ueberdrucktherapie-nicht-zahlen.html




Mittwoch, 6. November 2013

Training reduziert Stürze bei älteren Menschen

Mit zunehmendem Alter steigt das Sturzrisiko dramatisch an und die Folgen sind oft fatal. Hiergegen kann man sich nach einer neuen Studie des renommierten "British medical Journal" am effektivsten durch ein Bewegungs-, Koordinations- und Schwindeltraining schützen. Um 37% ging die Zahl der sturzbedingten Verletzungen zurück, haben die Forscher herausbekommen. Vor allem das Training alltäglicher Bewegungen brachte eine deutliche Risikoreduktion. Die Studie ist in englisch nachzulesen unter: http://www.bmj.com/content/347/bmj.f6234

Also: Üben üben üben... und immer in Bewegung bleiben!

Mittwoch, 18. September 2013

Neue Ärztekampagne

Die umstrittene Kampagne der Bundesärztekammer geht in die zweite Runde: Mit Plakaten, TV- und Kinospots soll auf Mißstände und gefährliche Entwicklungen in der ambulanten Versorgung hingewiesen werden. Volle Wartezimmer, keine Hausbesuche und Termine im nächsten Jahr, wenn überhaupt, werden angedroht. Bei einem Durschschnittsalter der niedergelassenen Ärzte über 50, fehlendem Nachwuchs und unsicherer Honorierung kein ganz unrealistisches Szenarium.

Die Web-Seite zur Kampagne: http://www.ihre-aerzte.de/home.html


Donnerstag, 5. September 2013

VEMP Messung



VEMP - Hinter dieser Abkürzung verbergen sich die so genannten „vestibulär evozierten muskulären Potenziale“. Bei dieser Messung wird ein  bestimmter Teil des Innenohres (Sacculus) über einen Kopfhörer gereizt und es werden die dadurch entstehenden reflektorischen Änderungen der Muskelspannung am Hals gemessen.

Die Ergebnisse liefern Aussagen über einen Bereich des Innenohres, der mit herkömmlichen Methoden bisher nicht untersucht werden konnte. Mit dieser neuen Untersuchungsmethode lassen sich damit erstmals seltenere Schwindelursachen erkennen und die Diagnose einer Meniér´schen Erkrankung  wahrscheinlicher machen.

Im Rahmen einer allgemeinen Schwindeldiagnostik ist die Untersuchung daher immer dann sinnvoll, wenn es um unklare Beschwerden geht oder der Verdacht auf eine Meniér´sche Erkrankung besteht.