Montag, 10. Juli 2017

Badeotitis: Wenn der Badespaß krank macht

Immer wieder im Sommer füllt sich die HNO-Praxis mit Patienten, die über eine schmerzhafte Hörminderung klagen. Bei der Untersuchung zeigt dann häufig ein geröteter und geschwollener Gehörgang mit oder ohne eitriges Sekret und die Diagnose lautet: Badeotitis!

Was aber steckt hinter dieser Diagnose und warum kommt es gerade im Sommer gehäuft dazu?



Am Anfang steht in der Regel eine trockene, schuppige Haut im Gehörgang, die schnell rissig wird und dadurch durchlässig für Keime aller Art. Diese sind auf einer intakten Haut harmlos, können aber unter der Haut zu hartnäckigen Infekten führen. Durch das vermehrte Schwitzen im Sommer oder eben den Wasserkontakt beim Baden weicht die Haut dann so auf, dass die Keime sie passieren können. Aber auch der Gebrauch von Wattestäbchen begünstigt die Badeotitis durch die oberflächliche Verletzung der empfindlichen Gehörgangshaut.

Bei der Badeotitis handelt es sich also um einen in der Regel bakteriellen Infekt der Haut im Gehörgang. Die Behandlung besteht daher in der Gabe von Antibiotikatropfen oder -salben nach einer sorgfältigen Gehörgangsreinigung beim HNO-Facharzt. Eher selten ist die zusätzliche Gabe von Antibiotikatabletten notwendig, wenn nämlich der Infekt sich schon so tief unter die Haut ausgebreitet hat, dass Tropfen und Salbe die Keime nicht mehr erreichen oder es zu Komplikationen wie Abszessbildungen gekommen ist. Dann ist sogar manchmal die chirurgische Eröffnung angezeigt.

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