Montag, 11. Juli 2016

Nasenatmungsprobleme

Die Nase ist der Eingang der Atemwege und reinigt, wärmt und befeuchtet die Atemluft. Sie ist sozusagen die Klimaanlage für die unteren Atemwege. Außerdem spielt sie eine wichtige Rolle bei der Infektabwehr und beherbergt den Geruchssinn. Chronische Nasenatmungsprobleme können daher nicht nur sehr lästig, sondern auch gesundheitsschädigend sein.

Um eine behinderte Nasenatmung erfolgreich behandeln zu können, ist es hilfreich, "Hardware"- von "Software"-Problemen zu unterscheiden.

Hardware:


Die "Hardware" der Nase, also ihr anatomischer Aufbau, besteht aus aus der knöchern-knorpeligen Nasenscheidewand (Septum), die die beide Nasenhaupthöhlen, trennt, den Nasenmuscheln, deren Schwellkörper den Luftstrom durch An- oder Abschwellen regulieren, sowie den Nasennebenhöhlen.


Veränderungen der "Hardware", z.B. eine verkrümmte Nasenscheidewand, dauerhaft vergrößerte Nasenmuscheln oder chronische Schleimhautschwellungen der Nasennebenhöhlen in Form von Polypen können zu einer dauerhaften Nasenatmungsbehinderung aufgrund einer Einengung der Atemwege führen. In diesen Fällen kann eine Nasenoperation sinnvoll sein, die die Atemwege wieder frei macht.

 Die Operationen können teilweise ambulant oder in lokaler Betäubung vorgenommen werden.
  

Software:

Die "Software" der Nase entspricht der Funktion ihrer Schleimhaut, die dafür sorgt, dass die Atemluft  ausreichend befeuchtet und erwärmt wird, dass Staub und Fremdkörper gefiltert und abtransportiert und Viren und Bakterien eliminiert werden. Sie produziert Schleim und kann je nach Erfordernissen an- oder abschwellen und mehr oder weniger gut durchblutet sein.

Störungen der "Sortware" führen zu einer zeitweisen oder dauerhaften Schwellung der Nasenschleimhaut, einer vermehrten Sekretion, Juckreiz oder einer Austrocknung aufgrund fehlerhafter oder verstärkter Reaktionen der Schleimhaut. Ursachen können klimatische Faktoren (Klimaanlagen, Heizungsluft), Medikamente (Blutdruckmittel, Entwässerungsmittel, Antidepressiva, Nasentropfen), Infekte oder Allergien sein. Aber auch hormonelle Einflüsse (Schwangerschaft) und Stressfaktoren („Ich habe die Nase voll“) spielen eine Rolle.

Zur Behebung von Softwareproblemen ist die Wiederherstellung einer regulären Funktion erforderlich. Dies kann z.B. durch eine antiallegische Therapie, das Umstellen von Medikamenten oder eine intensive Nasenpflege geschehen. Auch regulative Therapienverfahren wie die Akupunktur können hier sehr gut helfen. Eine Operation ist dagegen nicht sinnvoll, sondern verschelchtert häufig sogar noch die Beschwerden!!

Vorsicht vor abschwellenden Nasensprays: Sie wirken durch eine Gefäßverengung im Bereich der Nasenmuscheln. Da die Gefäße sich aber anschließend wieder erweitern und die Muscheln um so stärker anschwellen, besteht hier ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Abschwellende Nasensprays haben daher bei der Behandlung chronischer Nasenatmungsprobleme nicht zu suchen!

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